Wie ich wurde was ich bin. Mein Weg zur ganzheitlichen Gesundheitsexpertin.

Angret Rafalski mit Lupe

“Mache den Test: Welcher Fitnesstyp bist Du ?” , Welche Diät ist am besten für Dich” –

Als Teenie und junge Erwachsene habe ich Zeitschriften verschlungen: Frauenzeitschriften, Fitnessjournale, Journale zur gesunden Ernährung. Ich dachte lange, das wäre normal. 😀

Ist es sogar ein wenig merkwürdig?

Ja irgendwie schon, aber das hat mich auch zu dem gemacht, was ich heute bin.

Eine ganzheitliche Gesundheitsexpertin: Mein Weg in 16 Stationen.

1. Ein bißchen Öko in Ostfriesland. Als Jüngste von vier Geschwistern wuchs ich in Emden auf. Ja, genau, das ist die Stadt der Ottifanten, Geburtssort von Otto Waalkes und sie liegt in Ostfriesland.

Ist das Teil meiner Identität ?

Ja, irgendwie schon, zumal ich damals als Kind mit vielen Ostfriesenwitzen leben musste.

Ich wuchs aber auch mit einer gesundheitsbewussten Mutter auf, die vieles selber backte und herstellte, die eine große Sammlung der Veronica Carstens Zeitschrift (Natur und Medizin) in der Speisekammer hatte.

Und die auch in den ersten Bioläden in Emden einkaufte und uns mit Vollkorn zum Frühstück beglückte.

1976 Ich im 70er Jahre Kinderwagen
Ich als Baby immer mittendrin

2. 25. September 1991. Nach einer zweijährigen andauernden Krebserkrankung starb meine Mutter. Und ich, zornig und voller Trauer, sah es mit meinen 14 Jahren klar und deutlich: Dieses war alles das Ergebnis der toxischen Beziehung meiner Eltern. Tief im Inneren wurde damals der Samen gelegt, Gesundheit nicht nur ganzheitlich zu sehen, sondern sie auch als etwas zu verstehen, was wir selber in der Hand haben.

Mit 18 Jahren machte ich mein Schulpraktikum in einer Autowerkstatt. Geschlechterforschung war damals schon vorprogrammiert.

3. Psychoanalyse rauf und runter.

Nach dem Abitur landete ich eher zufällig in Hannover und im Magisterstudium Sozialpsychologie als Hauptfach. Sozialpsychologie beschäftigt sich damit, wie die Gesellschaft menschliches Erleben, Empfinden und Verhalten beeinflusst. Ich liebte es zu studieren, mein Gehirn zu fordern, mich mit Psychoanalyse und kritischer Theorie zu beschäftigen. Und immer mehr richtete ich mein Blick auf das Ganze. Was für Auswirkungen hat die Gesellschaft auf uns alle?

4. Männlichkeit überall. Auch einen anderen Studienschwerpunkt hatte ich: Geschlechterforschung. Und auch durch meinen Professor Rolf Pohl nahm ich Männer mehr in den Blick als Frauen. Vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund interessierten mich. Die Auswirkungen der Gesellschaft auf ihre Männlichkeit wurde so auch Schwerpunkt erst meiner Abschlussarbeit und auch meiner späteren Doktorarbeit. Denn ich wollte so gerne dazugehören im elitären Kreis der Intellektuellen.

Ich erinnere mich rückwirkend aber auch an eine Szene mit meinem Doktorvater und einem kurzen sehr persönlichen Kontakt. „Rolf, wieso arbeitest Du so immens viel, obwohl Du weißt, dass Deine Gesundheit darunter so stark leidet?“ Er hatte darauf keine Antwort. Ich begriff, dass Wissen und die Umsetzung zweierlei sind.

5. Power, Power, Empowerment. Parallel zum Studium fing ich an, mit straffällig gewordenen Jugendlichen zu arbeiten. Nach §10 JGG wurden sie dazu verdonnert Soziale Trainingskurse zu machen. Und so saß ich jeden Donnerstag und auch an vielen Wochenenden mit jungen meist männlichen Menschen zusammen. Mit viel Engagement und Mitgefühl sah ich hinter ihre Straftat, sah ihr Leid, Schicksale und Ungleichheiten. Ich hörte zu und ließ sie zugleich spüren und erfahren, dass auch sie ihr Schicksal mitbestimmen konnten. Empowerment – die Hilfe zur Selbsthilfe war das Konzept , das auch Teil meiner späteren Arbeitsweise im Coaching wurde.

6. 2004 schloß ich mein Studium erfolgreich ab. Das Elend der Psychosomatik begann. Schon in der Abschlussphase bot der Verein mir an, eine Elternzeit in Teilzeit zu übernehmen und weiterhin Soziale Trainingskurse zu machen.

Ich nahm diese Möglichkeit dankend an, um mich auch erst einmal in Ruhe beruflich zu orientieren und meine Doktorarbeit zu konzeptionieren. Doch ich fand mich plötzlich in einem Job wieder, den ich auf der einen Seite mit Hingabe und Leidenschaft mit den Jugendlichen ausführte und auf der anderen Seite war ich starken Mobbingsituationen im Kollegium ausgesetzt. Ich reagierte mit starken Rückenscherzen darauf. Im Nachhinein waren das meine sportlichsten Jahre: Regelmäßig joggte ich, machte Rückenschule, ging ins Fitnessstudio etc. Und durfte selber deutlich erfahren, dass Psychosomatik eine große Rolle spielt und ohne Ursachenbekämpfung sich nichts verändert.

2010 : Meine treue Begleiterin Ronja und ich

7. 2007 Das richtige Leben. Nach Ende der Elternzeitvertretung landete ich eher per Zufall bei der Ländlichen Erwachsenenbildung . Neben meiner Doktorarbeit brauchte ich einfach eine Erwerbstätigkeit. Ich fand mich wieder in handfester Sozialarbeit. Als sozialpädagogische Begleitung von Kursen des Jobcenters, lernte ich vor allem eins: Den Mut zu haben, wirklich alles in liebevoller Art thematisieren zu können.

8. Wertvolle Coachingjahre: Schon nach kurzer Zeit landete ich vor Ort im Coachingbereich. Einige Jahre arbeitete ich dort in einem großartigen Team von tollen Frauen, die mit viel Herzblut und Zugewandtheit arbeitslose Menschen begleiteten und unterstützten. Doch die Arbeitsverhältnisse waren prekär, ich hangelte mich von einem Jahresvertrag in den nächsten. Daran änderte auch mein „Karrieresprung“ als stellvertretende Projektleitung nichts.

9. Und die Doktorarbeit? Ach ja, da war ja parallel noch was. Einige Jahren jonglierte ich : Erwerbstätigkeit, Beantragung von Stiftungsgeldern( leider erfolglos) und an der Doktorarbeit schreiben und arbeiten. Mit 34 Jahren stellte ich fest: Mir verging die Lust , jede Freizeitminute mit schlechte m Gewissen zu verbringen, zumal das Ziel,wissenschaftlich arbeiten zu dürfen, immer mehr in weite Ferne rückte. Und so beendete ich das Projekt Doktorarbeit. Unvollendet, aber mit dem klaren Wissen, es nicht bereuen zu müssen, es nicht versucht zu haben.

Ich bin schwanger 2012

10. Ich wollte nie unbedingt Kinder. Mein Partner schon. Und so einigten wir uns auf ein Kind. Mit Mitte 30 fühlte sogar ich die biologische Uhr ticken. 2012 bekam ich dann meinen wundervollen, introvertierten Sohn. Der Wechsel vom Berufs-Ich in das Mutter-Ich fiel mir doch sehr schwer. Und zu merken, dass eine junge Mutter auf dem Arbeitsmarkt nicht begehrt war, war sehr frustrierend.

11: Ich will freier arbeiten

So ging ich auch nach meiner Elternzeit erst einmal zurück zur LEB und konnte dort Coachings für Bildungs- und Berufswegeplanung übernehmen.

Ich liebte meine Arbeit. Doch ich haderte sehr damit, den Auftrag der Agentur zu haben, vor allem über berufliche Themen sprechen zu sollen. Denn egal bei wem, soziale und gesundheitliche Themen standen bei fast allen im Vordergrund. Ich machte mich immer wieder frei von den aufgelegten Zwängen, legte in den Coachingeinheiten einfach die Prioritäten anders.Und doch stand ich stets im Zwang, Ergebnisse abzuliefern. Der Wunsch nach selbstbestimmter Arbeit wurde immer größer.

12: Ich werde Präventologin!

Wie kam es zu der Entscheidung , ein Fachstudium zur Präventologin zu absolvieren?

Ich erinnere mich noch gut an ein längeres Gespräch mit meinem Partner, tief in den slowenischen Wäldern. Ich hatte ein Buch über die Vereinbarkeitslüge gelesen und war gefrustet. Nein, weiter im System mit Kind zu funktionieren und irgendwie zu überleben ist keine Lösung. Wir machten uns gemeinsam auf die Suche nach freieren Konzepten und schmiedeten Zukunftspläne. Mein Leben sollte gefüllt sein mit meinem Herzensthema, mit dem Wunsch, Menschen zu mehr Gesundheit zu verhelfen. Und so entschied ich mich für das Studium beim Berufsverband der Präventologen e.V.

Hallo Welt!

13. 2016 Mitten im Lernen, studieren und weiter arbeiten mit Kleinkind fand auch noch etwas anderes statt. Das innere Gefühl, das unsere kleine Familie noch nicht vollständig ist und der große Wunsch nach einer kleinen Tochter und Schwester. 2015 wurde ich erneut schwanger. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde , die Schwangerschaft war schön. Aber im 7. Monat legte ich irgendwie die Abschlussprüfung ab. Mitten im heißen Hochsommer. Hallo Welt, ich bin nun geprüfte Präventologin.

Ich direkt nach der mündlichen Prüfung mit meiner Mitstreiterin Edith

14. Die Zeit davor. Meine kleine wunderbare wie eigenwillige Tochter kam zur Welt. Ich genoß viel mehr als beim ersten Kind das Muttersein und war gleichzeitig sehr gefordert vom Leben als zweifache Mutter. Einige private Themen und Stolpersteine ploppten zudem auf, die wir als Familie zu bewältigen hatten. Zunächst versuchte ich deshalb , eine Anstellung in der Gesundheitsberatung zu bekommen. Selbständig zu sein war einfach so ein großer Schritt.

Ich als Mutti

Doch dann:

15. März 2020 erster Lockdown. Bähm. Wir fanden uns auf einmal mit einem Schulkind und einem Kleinkind zu Hause wieder. Und ich fühlte, gerade jetzt ist MEIN Moment gekommen: Loszustarten mit der Selbständigkeit und einfach zu machen. esund bleiben und vorzusorgen ist das Thema aller. Der Name war schnell gefunden: Gesundheitsdetektivin.Ich startete mit null Wissen bei Instagramm , aber mit klarer Vision vor Augen:

  • Ich möchte als geprüfte Präventologin die Gesundheit und das Wohlbefinden des einzelnen Menschen fördern und so Krankheiten vorbeugen.
  • Ich möchte Dich unterstützen, Dein Alltagshamsterrad zu entkommen und mit Leichtigkeit Dein Leben gesünder zu gestalten.
  • Ich möchte Dich hierzu motivieren und beraten.
  • Ich möchte Dich inspirieren, mit kleinen Dingen Dein Leben zu verändern und Dich damit selber wichtig zu nehmen.
Wir nutzen die Zeit für gute Momente sammeln!

16. Heute. In den letzten zwei Jahren bin ich große Schritte gegangen: Meine eigene Website steht. Über 500 Follower bei Instagramm und ich habe erste Gesundheitscoachings und -beratungen durchgeführt.

Und ich blogge!

Und das alles im Wechselspiel mit der krisenhaften Welt, in der wir uns befinden: Corona, Kriege, Inflation und Klimawandel.

Manchmal bin ich in großer Sorge, wenn ich auf die Burnouts der Mütter schaue, der Anstieg der psychischen Erkrankungen und die stetige Zunahme der Zivilisationskrankheiten.

Und ich werde sauer bei dem Gedanken, dass immer noch keine klare Ursachenforschung betrieben wird,warum Menschen an Corona schwer erkranken. Aus präventologischer Sicht ist die Parellele von der ungesunden Lebensweise doch so klar erkennbar.

Aber meistens freue ich mich darüber, dass ich gerade jetzt Menschen beiseite stehen kann in ihren ganz persönlichen Gesundheitsthemen.

Ja, ich bin Angret, die Gesundheitsdetektivin. Ich bin ganzheitliche Gesundheitsexpertin. Und ich bin happy.

Mehr zu mir findest Du übrigens auf der Über mich

Willst Du wissen, wie Du mit mir arbeiten kannst? Dann hüpfe einfach direkt zu meiner Angebotsseite.

4 Kommentare
  1. Maria sagte:

    Liebe Anegret,
    ein toller und sehr interessanter Bericht deines Weges. 🙂
    In Emden waren wir vor drei Jahren mal, als wir in Greetsiel Urlaub gemacht haben. Da waren wir auf einem schönen Spielplatz, daran erinnere ich mich noch gerne zurück. 🙂
    Liebe Grüße Maria

    Antworten
    • Angret Rafalski sagte:

      Liebe Maria.
      Vielen Dank! Ja, Emden hat sich ganz rausgemacht in den letzten Jahren. Und ich weiß glaub ich auch, welchen Spielplatz du meinst. Mit einem großen Piratenschiff in der Nähe der Innenstadt?

      Antworten
  2. Melanie sagte:

    Wow, Angret! Da hast du einiges erlebt. Ich finde es großartig, dass du den Schritt in dein Herzensprojekt gemacht hast! Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und Erfolg dabei, die Menschen in ihr gesundes Leben zu begleiten.

    Antworten
    • Angret Rafalski sagte:

      Liebe Melanie, vielen Dank. ja, so im Rückblick ist da echt ein roter Faden drin.auch für mich spannend gewesen, das zu erinnern und aufzuschreiben

      Antworten

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